LEXIKON für Karateka

 

Das Interesse an den verschiedenen Kampfsportarten ist groß, aber es gibt viele Irritationen und falsche Vorstellungen von unserem Sport. Dachziegel und Bretter zertrümmern ist nicht unser Hauptanliegen und auch erst nach vielen Jahren intensiven Trainings möglich. Auch sind wir nicht in der Lage Wände herauf zugehen oder zu fliegen und dabei noch Armeen von Gegnern zu besiegen, wie in verschiedenen Filmen auch wenn Ausnahmeathleten wie Bruce Lee hervorragende Könner ihrer Kampfsportart waren. Asiatische Kampfsportarten wie das Karate sind in ihrer Form dazu geschaffen Körper und Geist in Einklang zu bringen und

 Karate fördert Koordination, Kondition, Konzentration, Körpergefühl, Selbstbewusstsein, Teamgeist und allgemeines Wohlbefinden.

Karate lehrt effektive Selbstverteidigungstechniken!!!

Karate ist kein Sport für Schläger und Angeber!!!

Karate ist eine über 2500 Jahre alte asiatische Kampfsportart. Der Ursprung der meisten asiatischen Kampfsportarten liegt in China und wurde von den Mönchen entwickelt um sich auf den langen Wanderungen vor Dieben und Angriffen zu schützen. Daraus entstanden Kloster wie das Shaolin Kloster in China das mit seinen Kung Fu Kampfkünsten zu den Quellen der verschiedenen Stile zählt.

Im 16. Jahrhundert wurde auf Okinawa aus der Selbstverteidigung eine effektive Kampfkunst entwickelt, die in langen Familientraditionen weitergegeben wurde. Gichin Funakoshi (1868-1957) entwickelte die moderne Form des heutigen Shotokan Karate und lehrte diese in Japan.

Unser Verein ist im DKV (Deutscher Karate Verband) und dem KVSA (Karateverband Sachsen/Anhalt) organisiert.

Es gibt viele verschiedene Karatestile von denen das Shotokan Karate in Deutschland den größten Anteil hat und dieser Stil wird auch in unserem Verein betrieben. Es gibt zum Beispiel noch Gojo Ryu, Wado Ryu, Shito Ryu, Koshinkan und noch viele mehr und seit einigen Jahren das stiloffene Karate.

Seit 1970 werden im Karate Weltmeisterschaften ausgetragen. Aber auch kleinere Turniere werden regelmäßig ausgetragen und unsere Wettkämpfer konnten dort große Erfolge erzielen. Aber bis zum Erfolg ist es ein weiter Weg.

unser Buchtipp:

Der Tiger als Symbol des Shotokan Karate, erklärt hier als Freund und Lehrer die Grundlagen des Karate.

Klaus Hirsch
KARATE - kinderleicht erklärt
ISBN: 3-938037-22-9
GLOOR Verlag
16,90 Euro
erhältlich auch in der Bücherecke Salzwedel, Breite Strasse

viel Spass beim lesen und erleben

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Die Schriftzeichen des Karate sind und bedeuten

 

  Kara (leer)

 

Te (Hand)

 

Do (der Weg)

 

Weg der leeren Hand - waffenlose Kampfkunst

Diese Schriftzeichen zieren auch unser Vereinsemblem.

 

Im Karate gibt es verschiedene Trainingsformen:

KIHON - Grundschule - stellt die Basis des Karate dar; es werden die Grundlagen (Techniken/Stände) gelernt

KATA -festgelegter Ablauf der den Kampf gegen imaginäre Gegner simuliert; ist entstanden aus der Situation der wandernden Mönche die sich auf ihrem Weg von Kloster zu Kloster verschiedene Situationen des Kampfes vorgestellt haben und daraus effektive Abwehren entwickelten; diese freien Katas wurden im laufe der Zeit standardisiert und für das Shotokan Karate gibt es 26!!! und auch die anderen Stilrichtungen haben nicht viel weniger, so das der KARATEKA ein ewig lernender bleibt, auch wenn er einen SCHWARZEN GÜRTEL trägt.

KUMITE - Kampf - die Anwendung der Kihon und Kata Techniken am Partner (Taktik, Distanz, Timing, Aktion und Reaktion);

Im Training wird viel mit japanischen Ausdrücken und Kommandos gearbeitet - klingt erstmal sehr kompliziert ist es aber nicht, vor allem nicht für die Trainierenden, denn sie leben dieses Japanisch. Für nur zuschauende Eltern ist es natürlich viel schwieriger in diese Welt einzutauchen, aber wir hoffen das wir eine kleine Hilfe liefern. Hier nun eine Auswahl japanische Ausdrücke:

DOJO -  japanisch Trainingsort für Budo Künste

DAN - Meistergrad, schwarzer Gürtel

KYU - Schülergrad

SENSEI - der Meister (Lehrer)

KARATE GI - traditioneller Karate Anzug

TATAMI - Matte; traditionell aus Reisstroh heute aus Kunststoff in Reisstrohoptik

KIAI - Kampfschrei (zum Bündeln der körperlichen und geistigen Kraft in der Technik), viele Karateka haben einen so speziellen KIAI das sie selbst bei großen Wettkämpfen herauszuhören sind

"HAJIME!" - Kommando zum Beginn der Übung, des Wettkampfes

"YAME!" - Kommando zum Beenden der Übung, des Wettkampfes

Doch bevor wir einen Blick ins Training werfen, müssen wir uns erst mit den DOJO REGELN beschäftigen. Diese sind für einen reibungslose Ablauf wichtig und regeln den Umgang miteinander.

1. Beim Betreten des Dojo und der Tatami wird gegrüßt

2. Wer zu spät kommt, erwärmt sich selbständig und ordnet sich dann mit Erlaubnis des Trainers in die Gruppe ein

3. Der Karate Gi ist steht's sauber und ordentlich zu tragen

4. Beim Training herrscht RUHE!!!!

5. Beim Training darf KEIN Schmuck (Ohrringe, Ketten, Ringe, Uhren, Piercings) getragen werden

6. Erscheine zum Training nur gesund

7. Achte deinen Partner und verletze ihn nicht

8. Melde Verletzungen sofort dem Trainer

9. Die Fortgeschrittenen helfen den Anfängern

10. KEINE Glasflaschen mit zum Training bringen

11. Das DOJO wird nur verlassen, wenn vorher eine Abmeldung beim Trainer/Sensei erfolgte

12. Ein Karateka verhält sich in der Öffentlichkeit so, das er dem Karate und dem Verein keinen Schaden zufügt

Für uns Karateka ist es auch sehr wichtig einige Hygieneregeln und Hinweise zu beachten:

+Trage stets einen sauberen Karate Gi.

+ Saubere Hände! Saubere Füße! (Die Hände und Füße müssen sauber und verletzungsfrei sein (Keine offenen Wunden, Blut) - (Hygiene und Vermeidung der Übertragung von Krankheitskeimen) und für uns als Barfußsportler spielt auch die Vermeidung von Fußpilz eine große Rolle

+ Kurze Finger- und Fußnägel! sich selber schützen und Verletzungen des Partners vermeiden

+ Keinen Schmuck oder Uhren! Verletzungsgefahr für sich selber und den Partner

+ Erscheine zum Training nur gesund (keine Erkältungen - Ansteckungsgefahr und keine Verletzungen), sollten sich im Training Schmerzen einstellen (Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Gelenkschmerzen) wird für dich das Training unterbrochen

+ habe stets genug zum Trinken mit zum Training um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen ( auch wenn Cola lecker schmeckt, fürs Training ist sie weniger geeignet, besser ist Wasser)

Im Karate wird viel Wert auf Disziplin und Etikette gelegt und ein Erleben des fernöstlichen, traditionellen Ursprungs (Höflichkeit, Respekt, Umgang mit dem Partner) vermittelt.  Der Karateka verbeugt sich (Gruß) beim Betreten und Verlassen des Dojo und der Tatami, beim Beginn und Ende einer Partnerübung, wenn er vom Trainer angesprochen wird. Deshalb beginnt und endet jedes Training mit einer traditionellen Grußformel.

Antreten der Trainingsgruppe in einer Linie, der Höchstgraduierte steht rechts und die Anderen ordnen sich entsprechend ihrer Graduierung nach links ein, der Trainer (Sensei) steht vor der Gruppe

"REI" - der Gruß; Verbeugung der Schüler vor dem Lehrer und des Lehrers vor den Schülern

"SEIZA" - Absitzen in den Fersensitz von rechts beginnend (das Absitzen erfolgt in einer festgelegten traditionellen Reihenfolge)

"MOKUZO" - Konzentrationsphase (Augen schließen, Bewusstes Atmen, Konzentration, Hände locker auf Oberschenkel abgelegt)

"MOKUZO YAME" - beenden der Konzentration, der Höchstgraduierte begrüßt den Sensei; dazu legen alle die Hände vor die Knie so das sich die Daumen und die Zeigefinger berühren und ein Dreieck entsteht in welchem die Stirn kurz den Boden berührt und die Grußformel gesprochen wird

"SENSEI NI REI" - Gruß zum Lehrer/Meister

nach dem Aufstehen erfolgt nochmal der Gruß "REI"

Der Trainingsanzug (GI) des Karateka besteht aus einer weißen Jacke und  Hose. Beides wird von einem farbigen Gürtel zusammengehalten der eine Aussage über die Graduierung des Karateka gibt:

9. KYU - weißer Gürtel - Anfänger, Schnee liegt auf der Landschaft (nach bestandener Prüfung auch Weiß-gelb)

8. KYU - gelber Gürtel - Der Schnee schmilzt, die gefrorene Erde leuchtet gelb

7. KYU - oranger Gürtel - Die Sonne erwärmt die Erde, sie ist fruchtbar

6. KYU - grüner Gürtel - Der Samen keimt, ein Pflänzchen kommt

5. KYU - blauer Gürtel - Die Pflanze wächst zum Himmel, sie wird langsam stark

4. KYU - blauer Gürtel -

3. KYU - brauner Gürtel - Der Baum hat eine starke Borke, er ist jetzt ausgewachsen

2. KYU - brauner Gürtel -

1. KYU - brauner Gürtel -

1. DAN - schwarzer Gürtel -Meister, das Wandeln der Stille

Es gibt den 1. bis zum 10. Dan. Ab dem 7. DAN werden weitere Graduierungen für herausragende Leistungen um das Karate verliehen. Den 10. DAN gibt es in jeder Stilrichtung meist nur einmal und wurde früher vom Gründer der Stilrichtung getragen und danach vom wichtigsten Meister.

Jetzt entsteht natürlich die Frage wie komme ich an einen neuen Gürtel? Ganz einfach durch viel üben und dann wird man vom Trainer zur Prüfung zugelassen. Die Prüfung besteht aus Übungen aller Trainingsformen (KIHON, KATA, KUMITE) und wir von Graduierung zu Graduierung schwerer und umfangreicher. Die KYU-Grade sind die Schülergrade und die DAN-Grade die Meistergrade.

Auch zählen wir im Training auf Japanisch:

1 - ICHI

2 - NI

3 - SAN

4 - SHI

5 - GO

6 - ROKU

7 - SHICHI

8 - HACHI

9 - KU

10 - JU

Im Training wird als erstes Laufen gelernt - aber laufen kann ich doch???? Ja, aber Karateka bewegen sich in einem Halbkreisschritt, um jederzeit die Bewegung unterbrechen oder ändern zu können. Auch muss erstmal das richtige Stehen geübt werden, denn im Karate gibt es verschiedene Stände

YOI - Achtung! Ausgangstellung (in der Regel Shizentai)

SHIZENTAI - Ausgangsstellung

ZENKUTSU DACHI - Vorwärtsstellung

KOKUTSU DACHI - Rückwärtsstellung

KIBA DACHI - Seitwärtsstellung

später kommen dann noch weitere Stellungen dazu, eine kleine Auswahl ist

NEKO ACHI DACHI - Katzenfußstellung

SANCHIN DACH - Uhrglas Stellung

SOCHIN DACHI - Kraftstand (Stellung aus der Kata Sochin)

Weiter oben hatten wir schon erwähnt, das es 26 Shotokan Kata gibt. Jede Kata hat eine spezielle Bedeutung und Geschichte. Für die Schülergrade ist meist eine Kata dem Prüfungsprogramm zugeordnet, ab dem 1. Kyu kann schon aus mehreren Kata gewählt werden. Natürlich darf bei einer Prüfung auch jede Kata geprüft werden, die man schon in den vorangegangenen Prüfungen gezeigt hat. Zum Katatraining gehört es nicht nur den Ablauf in der Reihenfolge zu üben, sondern die Kata sollte realitätsnah mit Abwehr und Konter demonstriert werden. Jede Kata beginnt mit einer Abwehrtechnik, was dem defensiven Charakter des Karate entspricht, denn ein Karateka greift NIEMALS zuerst an. Kata gibt es als Einzeldisziplin und als Team (3 Karateka). Spannender wird dann noch das BUNKAI. Hier wird die Kata mit all ihren Techniken und Abläufen mit einem oder mehreren Partnern gezeigt und geübte Teams bringen hier ein besonderes Kampfsportfeeling auf die Tatami. Hier nun die 26 Shotokankata mit Namen und Erläuterungen:

TAIKYOKU SHODAN - erste Kata für die Weißgurtprüfung 9. KYU

HEIAN SHODAN - für das Gelbgurtprüfungsprogramm- 8. KYU - die Heian Kata 1-5 bilden den Grundstock für alle höheren Kata

HEIAN NIDAN - für das Orangegurtprüfungsprogramm 7. KYU

HEIAN SANDAN - für das Grüngurtprüfungsprogramm 6. KYU

HEIAN YONDAN - für das Prüfungsprogramm des 1. Blaugurtes 5. KYU

HEIAN GODAN  - für das Prüfungsprogramm des 2. Blaugurtes 4. KYU

TEKKI SHODAN - für das Prüfungsprogramm des 1. Braungurtes 3. KYU

BASSAI DAI - für das Prüfungsprogramm des 2. Braungurtes 2. KYU (ab hier sind mehrere Kata in der Prüfung möglich)

TEKKI NIDAN - TEKKI Kata geben dem Meister Auskunft über den Leistungszustand seines Schülers, eine Karateweisheit besagt TEKKI Kata sollten erst vorgeführt werden, nachdem sie zehntausendmal geübt wurden

TEKKI SANDAN - zeichnet sich durch leicht und nicht gefährliche Techniken aus, ist aber trotzdem schwer zu erlernen

JION - der Name dieser Kata bedeutet LIEBE und GNADE

ENPI - der Name ENPI bedeutet "fliegende Schwalbe"

KANKU DAI - ist mit 65 Bewegungen eine der längsten Kata

HANGETSU - bedeutet Halbmond und leitet sich aus der halbkreisförmigen (halbmondförmigen) Bewegung der Füße ab

BASSAI SHO - spezielle Abwehr gegen Stockangriffe

SOCHIN - entlehnt sich aus der Karatestellung SOCHIN DACHI

JITTE - "10 Hände", soll den Kämpfer in die Lage bringen gegen 10 Gegner zu bestehen

JI IN -

GANKAKU - "Der Kranich auf dem Felsen"

KANKU SHO -

NIJUSHIHO -

CHINTE - "seltene Hand"

MEIKYO - wurde von Funakoshi Sensei eingeführt

WANKAN - kürzeste Kata

GOJUSHIHO SHO -

GOJUSHIHO DAI -

UNSU - die beidhändige Anfangstechnik bedeutet "Wolken mit beiden Händen zur Seite schieben"

Vielen Dank an alle die bis hierher gelesen haben, aber das ist nur ein kleiner Teil des Karate. Wir hoffen wir haben Euch neugierig gemacht auf mehr, also schaut regelmäßig auf diese Seite, denn wir werden hier ständig aktualisieren. Und wer noch mehr Lust bekommen hat sollte uns im Training besuchen, um die Faszination KARATE selber kennen zu lernen.

 Harry und Susanne Bause